Die Festung Alcázar erhebt sich am höchsten Punkt der Stadt Toledo, einem privilegierten Ort, an dem bereits zur Zeit der Römer eine Siedlung bestand. Später im 16. Jahrhundert wurde der Alcázar auf Geheiß von Karl V. und Philipp II. unter der Leitung der Architekten Alonso de Covarrubias und Juan de Herrera errichtet. Das Gebäude ist durch verschiedene historische Ereignisse (Erbfolgekrieg, Unabhängigkeitskrieg, usw.), bei denen es Belagerungen und Brände erlitt, gezeichnet.
Nach seiner teilweisen Zerstörung während des Bürgerkriegs begann man mit einem aufwendigen Wiederaufbau, der erst Ende der 70er Jahre abgeschlossen wurde. Der Wiederaufbau wurde von Militäringenieuren in 12 Abschnitten ausgeführt.
Das aktuelle Gebäude bietet mit vier Fassaden, jede in einem anderen Stil errichtet, ein imponierendes Bild. Es diente verschiedenen Zwecken: Infanterieakademie, Belagerungsmuseum, Militärregierung, Militärverwaltung, Bibliothek ... und beherbergt zurzeit das Heeresmuseum. Im oberen Stockwerk befindet sich die Bibliothek von Kastilien La Mancha, die von der Regionalregierung von Kastilien la Mancha betrieben wird.
Die ständige Ausstellung des Heeresmuseums an ihrem neuen Standort im Alcázar von Toledo nimmt eine Gesamtfläche von 8000 m² ein, was 230% mehr im Vergleich zur im Madrider Salón de Reinos (Saal der Königreiche) dafür vorhandenen Fläche ist.
Diese Erweiterung der Räumlichkeiten ermöglicht ein neues Ausstellungskonzept, das den aktuellen Tendenzen viel mehr entspricht und die Erreichung bestimmter Ziele ermöglicht:
• Die Geschichte der spanischen Armee als Teil der Geschichte Spaniens zu veranschaulichen.
• Den Beitrag der spanischen Armee zur Entstehung, Begründung und Entwicklung der spanischen Nation und des spanischen Staates hervorzuheben.
• Den militärischen Beitrag zum institutionellen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt Spaniens bekanntzumachen.
Damit soll ein Raum für die Kommunikation zwischen Armee und Gesellschaft geschaffen werden und das Heeresmuseum zu einem wichtigen Kulturzentrum, Angelpunkt und Bezugspunkt für die Kultur und die spanischen Militärmuseen werden.